Vision

Die essbare Stadt Würzburg! Wir haben uns eine kleine Geschichte ausgedacht, mit der wir euch verdeutlichen möchten, wie wir uns die Zukunft in Würzburg vorstellen.

„Hej Silvi, schmeiß mir mal den Kohlrabi rüber…“, hör ich durch das offene Fenster von der Straße früh im Bett. „Wer will noch ein paar Himbeeren haben?“… Heute ist großer Erntetag der Stadtgärtner in der Sanderstraße. Viel Platz ist jetzt vorhanden im neuen Stadtgärtnergarten seit auf der Sanderstraße keine Autos mehr fahren und wir dort letztes Jahr Hochbeete von der Neubaustraße bis zum Sanderring aufgestellt haben. Die Vögel zwitschern in den neugepflanzten Sträuchern. Ein schöner sonniger Tag um seine Früchte zu ernten. „Hej Leute! Wollt ihr noch Stachelbeeren?“, frage ich die begeisterte japanische Touristengruppe, die mit der Straba auf und abfährt um ausreichend für daheim zu fotografieren. Auf der Liste der Top-Sights in Franken ist unsere essbare Stadt nicht mehr wegzudenken und vor allem das Erntefest ist zum neuen Aushängeschild der Stadt geworden.

Zwei kleine Gestalten mit Insektenhauben und Rauchkanonen bestückt stehen schon vor meiner Tür um mich abzuholen. Clothilde und Henriette, die Leiter der „Schulgärtner“-Gruppe der St.Ursula Schule, laufen mit mir zum Vorplatz der Residenz. Eine riesige Blumen- und Gartenlandschaft parkt jetzt auf dem Platz, seit dem keine Autos mehr hier sind. Allein der Platz der Residenz erlaubt uns einen Großteil der Innenstadt mit Gemüse zu versorgen. Auch ein weiterer lokaler Gemüsemarkt hat sich dorthin niedergelassen. Hier werden auch Erzeugnisse aus der Umgebung angeboten um das Angebot zu ergänzen. Heute zeigt uns der quitschfidele 82-jährige Opa Arthur wie man den Honig aus den Waben schleudert. Er ist einer unter vielen, die sich freuen, ihr Wissen weiterzugeben. Oma Luises Fachgebiet sind die Wildkräuter, sie gibt zusammen mit Biologiestudenten Naturkosmetikworkshops.

„Schau mal Oma Luise mein „Wassermarsch“-App sagt, dass wir die Tomaten entlang der Festungsmauer wieder gießen müssten.“, sagt Henriette zur Begrüßung ihrer Gartenfreundin. In der Uni Würzburg sind große neue Projekte entstanden. Die Wassermarsch-App und die neue Messsensorik der Pflanzen hält sogar den deutschen Zukunftspreis dieses Jahres, entwickelt von einer Gruppe Informatiker der Uni-Würzburg.

Durch den Einzug der Natur in die Stadt haben sich alle Lebensbereiche positiv verändert. Heute Abend zum Beispiel kochen alle Hausbewohner noch bei mir in der WG. Die Zutaten sind natürlich aus unserem Stadtgarten. Mittlerweile ist es unter den Würzburgen ganz normal, dass man die Nachbarn kennt und Gemeinschaft lebt.

2 Gedanken zu „Vision

  1. Bobby Langer

    Das ist im wahrsten Sinne des Wortes „radikal“. Denn so ein Bild verändert unsere Gesellschaft in eine konstruktive, nachhaltige Zukunft hinein. Außerdem: radikal ist ja auch ein gärtnerischer Ausdruck, heißt schließlich „von der Wurzel“ her oder „bis auf die Wurzeln anders“.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.