Das war unser Anzucht-Workshop

Das war unser Anzucht-Workshop

März 25, 2019 Aus Von silvi

Am Samstag den 23.03.19 gab es den ersten Workshop im Stadtgarten. Bei schönstem Wetter konnten wir den über 20 Teilnehmern zeigen, wie man vom Samenkorn bis zur Pflanze kommt. Conny und Silvi haben den Besuchern genau erklärt auf was es dabei ankommt. Auch Pflanzen zum vereinzeln/pikieren hatten wir mit dabei. Die Infos, die wir den Besuchern auf einem Handout mitgegeben haben findet ihr unten auch nochmal:

Pflanzen vorziehen – Das solltet ihr wissen

Nicht jedes Samenkorn möchte die selbe Behandlung. Die einen sind Kaltkeimer, die anderen wollen Licht und wieder andere möchten es möglichst warm. Um euren Setzlingen die idealen Startbedingungen zu geben ist hier ein kurzer Überblick:

Lichtkeimer

Wie man schon vermuten kann möchte es diese Samengruppe hell. Das heißt im Klartext, das die Samenkörner nicht mit Anzuchterde bedeckt werden dürfen, sondern ein Plätzchen an der Oberfläche erhalten. Zu ihnen gehören Kopfsalate und viele Kräuter wie Basilikum, Kresse, Melisse, Pfefferminze, Dill und Rosmarin aber auch jede Menge Blumensorten. Ihre Samen sind klein & fein und damit auch die späteren Keimlinge, die daraus wachsen. Es fehlt ihnen schlicht die Kraft aus tieferen Erdschichten ihren Weg nach oben ans Licht zu bahnen. Beim Aussäen deshalb die Samen nur leicht auf die Erde geben und andrücken. Damit sie nicht austrocknen ist es hier besonders wichtig, eine Klarsichtfolie über die Anzucht zu legen oder direkt im Beet mit einem Gartenvlies zu arbeiten. Zur Not kann eine ganz dünne Schicht Sand über den Samen ausgebracht werden. Durch diese feinen Körner kommen sie einfacher hindurch.

Warmkeimer

Diese Samenkörner lieben es kuschlig warm und fühlen sich im gut geheizten Wohnzimmer pudelwohl. Nur mit entsprechender Wärmeversorgung fangen sie an zu keimen. Viele Gemüsesorten wie Tomate, Paprika und Chili gehören dazu und bevorzugen Temperaturen von 18-20° C. Im Gegensatz zu den Lichtkeimern werden diese Sorten auch mit Erde abgedeckt – als Faustregel gilt: je größer der Samen, desto tiefer will er in die Erde.

Kaltkeimer

Bei der Anzucht von Gemüse kommt diese Gruppe eigentlich nicht vor, aber der Vollständigkeit halber möchten wir euch diese Info dennoch geben. Vor allem Baumsamen, Zwiebelblumen und Knollen keimen erst nach einer Kälteperiode. Darum bringt man die Zwiebeln der Frühlingsblüher auch schon im Herbst in den Boden. Ein schlauer Trick ist es z.B. Baumsaatgut für 24 Stunden ins Kühlfach zu legen und so die Natur zu simulieren – klappt auch.

So zieht ihr euer eigenes Gemüse, Kräuter und Blumen vor

Zuerst benötigt ihr dafür Anzuchterde. Das ist eine Erde, die die nährstoffarm und Keimfrei ist. Es finden sich in ihr keine keimfähigen Samen, keine Mikroorganismen oder Pilzsporen. Aber warum nimmt man nicht ganz normale Erde aus dem Garten? Ganz einfach, auf Grund der Keimfreiheit und der wenigen Nährstoffe erhöht der Einsatz von Anzuchterde die Wahrscheinlichkeit, dass die Samen gut keimen und sich zu stattlichen Pflänzchen entwickeln können.

Nun müssen noch Anzucht-töpfchen her. Hier könnt ihr euch entweder welche kaufen oder zum Beispiel auf leere Eierkartons, halbierten Klorollen oder Zeitungspapier zurückgreifen. Aus Joghurtbechern kannst du Schildchen basteln. 

Los geht es mit der Aussaat

Schnappt euch ein Samenpäckchen und werft einen Blick auf die Rückseite. Auf dieser finden sich alle wichtigen Infos, die euch die Arbeit erleichtern. Nun etwas Erde in die Anzuchttöpfchen geben, leicht rütteln, damit sich die Erde setzt und ggf. nochmal ein wenig Erde nachfüllen und andrücken. Als nächstes kommen die Samen hinein. Je nach Größe des Anzuchtgefäß kann man davon einen oder mehrere Samenkörner hinein geben. Pikieren musst du später so oder so, da eine andere Erde für das weitere Wachstum her muss. Zum Schluss, je nach Bedürfnis der Pflanze, eine dünne Schicht Anzuchterde drauf geben und das Ganze angießen.

Setzlinge pikieren

Ungefähr 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat ist es schon richtig grün geworden und die Pflänzchen haben schon bald zu wenige Nährstoffe und auch zu wenig Platz. Daher muss man nun pikieren. Das bedeutet, man setzt die kleine Pflänzchen in eine nährstoffreiche Blumenerde und jeder Setzling kommt in einen einzelnen Topf. Bei Tomaten, Chilis, Auberginen, Paprikas oder Zucchini ist das sehr ratsam.

  • Mit dem Pikierstab vorsichtig, leicht seitlich unter den Setzling stechen und diesen anheben. Mit den Fingerspitzen etwas dran zeihen, sodass er aus der Erde kommt. Man muss hier wirklich ganz behutsam arbeiten, um die zarten Pflanzen nicht zu verletzen.
  • Mit Daumen und Zeigefinger ein Keimblatt anfassen. Nicht am Spross quetschen. Damit die kleine Pflanze gut im neuen Topf ankommt kann man mit dem Pikierstab oder Bleistift ein kleines Loch vorbereiten und die Pflanzen behutsam einpflanzen. Gut andrücken und schwups, schon hat man pikiert. Angießen natürlich wie immer nicht vergessen.